Abenteuer Peru 2015

Posted on

Mannomann ist das schon wieder lange her. Ich habe mal in meiner Fotokiste gewühlt und will mit Euch das Abenteuer Peru teilen.

Zwei Wochen Lima Peru zum Schnuppern. Familienbesuch. Eine ganz neue Welt – ein Paralleluniversum – tat sich mir auf. Südamerikanische Grossstadt mit einigen anderen Gesetzmäßigkeiten im täglichen Leben. Ich konnte den ersten Tag nicht mal alleine über die Strasse gehen. Es hält keiner, Du musst selbst aufpassen. Zebrastreifen sind nur Striche auf der Strasse, die völlig überbewertet werden. Im Strassenverkehr kommuniziert man mit der Hupe. Anscheinend das wichtigste Teil am Auto. Hupen heisst: Achtung ich komme, ich habe Vorfahrt oder Du hast Vorfahrt. Und wenn man einmal drei Minuten nicht gehupt hat, dann hupt man eben einmal – nur so als Funktionstest.

Der Südamerikaner ist im Allgemeinen ja sehr kommunikativ und famlienbewußt. Das gefällt mir. Ist nicht so introvertiert, wie oft in Mitteleuropa. Mal die südlichen Länder ausgenommen.

Es ist eine ganz andere Welt. Einige Beispiele gefällig?

Der offizielle Stadtbus ist Entertainment pur. Kosten: einige Eurocent. Man stellt sich an den Strassenrand in der Nähe einer Kreuzung und winkt mit einer typischen Handbewegung. Bus hält. Meist keine Aufschrift – erhöht den Spaßfaktor, wenn man kein Spanisch kann.

Musiker, Eisverkäufer – darf man hier nicht mal denken – Lebensgeschichtenerzähler und „Speakers Corner“ in einem. Da steigt ein tanzender 13-jähriger Rapper ein oder eine kleine Band. Eis- und Bonbonverkäufer wechseln sich ab. Zwei Dinge braucht man jedoch: Geduld und gute Bandscheiben – sagen wir mal so: sportliche Federung.

Nächste Station Supermarkt. Die Regaleinräumer tragen öfters Helme, einem Bauhelm sehr ähnlich sehend. Während des Einkaufs kann man sein Auto waschen lassen. Halt direkt dort, wo man es abgestellt hat. Schmutzwasser sucht sich seinen Weg. Wenn ein Kunde Geburtstag hat, steht anscheinend auf der Kundenkarte, halten alle inne, alles steht während „Happy Birthday“ gespielt wird für ein paar Sekunden still und danach applaudieren alle Angestellten. Da biste schon sehr angenehm überrascht. Beim Hinausschlendern tönt „Jingle Bells“ aus der Kinderecke (kleine Fahrgeschäfte). Na ja, soll es geben, aber es ist Mitte März gewesen. Aber es stört keinen. Wird bei Gelegenheit behoben.

Super-Luxus-Reisebus. Fahrkartenkauf, wie im Reisebüro, einschließlich Sitzplatzreservierung und Essenswunsch (normal oder vegetarisch). Ist ja toll, dachte ich. Am Abfahrtstag, am Busbahnhof: Der Bus fährt gar nicht, wie dieser auf dem Ticket. Reklamation und ein 30-minütiges Hin und Her, das sich mir nicht erschloss. Einen großen Dank an meine Schwägerin. Ticket wurde umgeschrieben, sogar die Sitzplatzreservierung konnte 1:1 übernommen werden. Da war ich sehr erstaunt. Allerdings das einfache Hühnchensandwich roch schon etwas komisch. Der ganze Bus verweigerte die Nahrungsaufnahme. Ich bewundere die Gelassenheit der Menschen dort. Da regt sich keiner auf. Wahrscheinlich lässt es sich ja sowieso nicht ändern.

Ausflug ins Naturreservat bei Ica. Wegen des Wetters konnten die Motorboote nicht fahren. Der Tourguide stellte das Programm in seiner ruhigen Art und Weise einfach um. Wir vertauschten einfach Vor- und Nachmittag. Am Nachmittag wurde die Schifffahrt wieder durch die Behörden freigegeben. Es war ein sehr schöner und vollkommener Tag. Es war auch etwas Glück dabei.

Es ist schön, interessant und aufregend gewesen, aber danach weiß man die Vorzüge Europas auch wieder besser zu schätzen. Die Dinge sind planbarer oder vielleicht können wir sie hier in unserer Welt nur besser abschätzen.

 

017-_DSC7654

047-_DSC7733

053-_DSC7744

152-_DSC7876

252-_DSC8000

293-IMG_0952

335-_DSC8248

399-_DSC8397

423-_DSC8433

458-_DSC8499

460-_DSC8507

474-_DSC8539

566-_DSC8877

619-IMG_1049

622-IMG_1063

665-IMG_1220

666-IMG_1221

690-_DSC9059

720-_DSC9132

726-_DSC9163

736-_DSC9180